Rezension Walter Moers – Die Stadt der Träumenden Bücher (Comic): Band 1: Buchhaim

Autor: Walter Moers / Florian Biege (Illustrator)
Titel: Die Stadt der Träumenden Bücher (Comic): Band 1: Buchhaim
Herausgeber: Albrecht Knaus Verlag
Datum der Erstveröffentlichung: 6. November 2017
Buchlänge: 112 Seiten
ISBN: 3813505014
Preis: HC 25,00€
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Buchhaim ist die „Stadt der Träumenden Bücher“, wo Bücher nicht nur spannend oder komisch sind, sondern auch in den Wahnsinn treiben oder sogar töten können. Walter Moers` fantastische Abenteuergeschichte um den jungen Dichter Hildegunst von Mythenmetz, der das Geheimnis eines makellosen Manuskriptes ergründet, hat weltweit die Leser begeistert. Nun gibt es diese Geschichte aus dem Abenteuerreich der Literatur als prächtige Graphic Novel. In jahrelanger Arbeit hat Walter Moers seinen Romantext auf die Bedürfnisse einer Graphic Novel umgearbeitet und in Form eines Szenarios Hunderte von Bildern skizziert, die Florian Biege in enger Zusammenarbeit mit dem Autor kongenial in einen brillanten Comic von plastischer Farbigkeit verwandelt hat. Herausgekommen sind zwei staunenswerte Bände, eine filmische Neuerzählung des Romans, angereichert mit einem Glossar und einer Panorama-Klapptafel (Band 1) und einem „Making of“ (Band 2).

Band 1, „Buchhaim“, erzählt, wie Hildegunst in die Stadt der Träumenden Bücher kommt, wie es ihn dort in die Katakomben verschlägt, wo Bücherjäger sein Leben bedrohen und er auf das geheimnisvolle Volk der Buchlinge trifft.

 

 

In tiefen, kalten, hohlen Räumen
Wo Schatten sich mit Schatten paaren
Wo alte Bücher Träume träumen
Von Zeiten, als sie Bäume waren
Wo Kohle Diamant gebiert
Man weder Licht noch Gnade kennt
Dort ist’s, wo jener Geist regiert
Den man den Schattenkönig nennt
Getürmt aus Buch auf Buch
Verlassen und verflucht
Gesäumt von toten Fenstern
Bewohnt nur von Gespenstern
Befallen von Getier
Aus Leder und Papier
Ein Ort aus Wahn und Schall
Genannt Schloss Schattenhall

 

 

Hildegunst von Mythenmetz, seinerseits ein 77 Jahre junger Lindwurm und Bewohner der Lindwurmfeste, macht sich nach dem Tod seines Dichtpaten Danzelot von Silbendrechsler auf den Weg nach Buchhaim. Er möchte den Urheber eines geheimnisvollen Manuskripts ausfindig machen, das ihm sein Dichtpate hinterließ, da es alles in den Schatten stellt, was der Lindwurm in seinem bisherigen Leben gelesen hat. Doch in der Stadt der träumenden Bücher trifft er auf weitaus mehr Mysterien, als er je zu träumen gewagt hätte.

 

 

Zugegeben, ich hatte tatsächlich einige Tränen in den Augen, als ich dieses Werk zum ersten Mal in die Arme schließen durfte.
Wer die Romane von Walter Moers kennt weiss, zumindest im Ansatz, was ihn bei dem ersten Teil dieser exzellenten Graphic Novel erwartet: eine ideenreiche Geschichte, absolut einzigartige Charaktere und jede Menge Wortschatzerweiterungen.
Ihm ist zusammen mit Florian Biege ein Meisterwerk gelungen. Schon nach den ersten Seiten taucht man vollständig in die fantastische Welt von Walter Moers ein und kann sich dem Wort- und Bilderrausch kaum mehr entziehen.
Auf jeder Seite spürt man die Liebe zum Detail und die jahrelange Arbeit, die in dieser Umsetzung stecken. Jede einzelne Zeichnung gleicht ehr einem Gemälde als einem schlichten Comic.
Man sollte sich für dieses Buch definitiv Zeit nehmen, um alles auf sich wirken zu lassen.
Wem der gleichnamige Roman bereits bekannt ist, wird von dieser Graphic Novel begeistert sein. Wer die Vorlage jedoch noch nicht kennt, möchte ich raten diese zuerst zu lesen, da doch einige Stellen stark verkürzt sind.

 

 

Diese illustrierte Version von „Die Stadt der Träumenden Bücher“ ist ein Traum für alle Buchliebhaber im Allgemeinen und Walter Moers-Fans im Besonderen.
Perfekt, bildgewaltig und in der Kürze beeindruckend umgesetzt.

 

♥ Vielen Dank an das Bloggerportal der Verlagsgruppe Randomhouse für das Rezensionsexemplar! ♥

 

 

Über den Autor

Der Lindwurm Hildegunst von Mythenmetz ist der bedeutendste Großschriftsteller Zamoniens. Berühmt wurde er durch seine 25-bändige Autobiographie „Reiseerinnerungen eines sentimentalen Dinosauriers“, ein literarischer Bericht über seine Abenteuer in ganz Zamonien und vor allem in der Bücherstadt Buchhaim.

Walter Moers lebte nach seiner Schulzeit zunächst von Gelegenheitsarbeiten, begann dann eine kaufmännische Lehre und brachte sich selbst das Zeichnen bei. Er gilt als öffentlichkeitsscheu, gibt nur wenige Interviews und lässt sich selten fotografieren, was inzwischen eine Art Markenzeichen von ihm ist. Daher sollten auch biographische Angaben zu Walter Moers, einschließlich des Namens, mit Vorsicht behandelt werden, da es keine wirklich gesicherten Quellen dazu gibt.
In Anbetracht der Drohbriefe, die Moers von Rechtsradikalen infolge der Veröffentlichungen seiner „Adolf, die Nazisau“ erhielt, dient ihm diese Öffentlichkeitsscheu ebenso als Schutz.
Walter Moers wohnt in Hamburg (Quelle)

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